Modern Warfare 4 kehrt zum großen Krieg zurück

Modern Warfare 4 kehrt zum großen Krieg zurück

Infinity Ward will mit Call of Duty: Modern Warfare 4 wieder stärker an die Wurzeln der Reihe anknüpfen. Während die jüngsten Teile vor allem kleinere Spezialeinheiten und verdeckte Operationen in den Mittelpunkt stellten, soll die neue Kampagne deutlich größere Schlachten zeigen. Gleichzeitig setzt das Studio die Geschichte von Captain Price fort und entwickelt den Extraction-Modus DMZ zu einem eigenständigen Bestandteil des Spiels weiter.

Bei einer Präsentation stellte Infinity-Ward-Studioleiter Mark Grigsby die wichtigsten Säulen des kommenden Shooters vor wie Gamer.org berichtet. Neben der Kampagne standen vor allem die Rückkehr groß angelegter Kriegsszenarien sowie die neue Version von DMZ im Mittelpunkt.

Captain Price handelt außerhalb des Systems

Die Geschichte von Modern Warfare 4 setzt nach den Ereignissen von Modern Warfare 3 ein. Die Handlung rund um Wladimir Makarov soll zunächst abgeschlossen werden, bevor Infinity Ward einen neuen Ausgangspunkt für die kommenden Teile der Serie schafft.

Captain Price befindet sich dabei in einer schwierigen Lage. Der frühere Anführer der Task Force 141 operiert inzwischen außerhalb der offiziellen Strukturen und führt Missionen nach seinen eigenen Vorstellungen durch. Damit stellt er sich nicht nur gegen die Interessen der US-Regierung, sondern gerät auch mit ehemaligen Verbündeten aneinander.

Nach Aussage von Grigsby wird Price während der Kampagne Entscheidungen treffen, die selbst für seine Verhältnisse weit gehen. Der Charakter sei nicht mehr an Befehle, Vorschriften oder militärische Hierarchien gebunden. Genau daraus soll ein zentraler Konflikt der Geschichte entstehen.

Price verfolgt seine eigenen Ziele, während Regierungen und frühere Mitglieder der Task Force 141 versuchen müssen, mit seinen Aktionen und deren Folgen umzugehen.

Neuer Krieg auf der koreanischen Halbinsel

Parallel zur Geschichte von Captain Price droht ein neuer Konflikt zwischen Nord- und Südkorea zu eskalieren. Die Kampagne wird aus drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt: Nordkorea, Südkorea und Prices unabhängig operierende Einheit bilden die zentralen Handlungsstränge.

Im weiteren Verlauf sollen diese zunächst getrennten Geschichten zusammengeführt werden. Infinity Ward verspricht ein groß angelegtes Finale, nennt bislang aber keine konkreten Details dazu, welche Parteien am Ende direkt aufeinandertreffen.

Die Missionen führen die Spieler unter anderem nach Korea, Russland und New York. Neben linear aufgebauten Levels ist auch ein größeres offenes Gebiet geplant. In diesem Abschnitt befinden sich südkoreanische Einheiten hinter feindlichen Linien auf nordkoreanischem Gebiet.

Infinity Ward möchte die koreanischen Schauplätze möglichst glaubwürdig darstellen. Dafür arbeitet das Studio nach eigenen Angaben mit Beratern aus Südkorea zusammen. Diese unterstützen das Entwicklerteam bei kulturellen Fragen, Dialekten, der Besetzung der Rollen und der sprachlichen Umsetzung.

Das Feedback der Berater hatte offenbar auch direkten Einfluss auf die Kampagne. Einzelne Dialoge und Teile der Geschichte wurden angepasst, um Sprache, Verhalten und kulturelle Hintergründe authentischer wirken zu lassen.

Rund die Hälfte der Kampagne besteht aus Kriegsschauplätzen

Die bisherigen Spiele der neu gestarteten Modern-Warfare-Reihe konzentrierten sich stark auf kleinere Spezialeinheiten. Viele Missionen bestanden aus verdeckten Einsätzen, nächtlichen Operationen oder taktischen Angriffen mit wenigen Soldaten.

In Modern Warfare 4 sollen dagegen wieder häufiger große Armeen, Fahrzeuge und umfangreiche Gefechte zu sehen sein. Laut Grigsby besteht ungefähr die Hälfte der Kampagne aus klassischen Kriegsszenarien. Die übrigen Missionen bleiben dem bekannten Special-Operations-Stil treu.

Infinity Ward glaubt, dass die vergangenen Teile das Gefühl eines großen, weltweiten Krieges zunehmend verloren haben. Mit dem neuen Spiel wolle das Studio deshalb bewusst zu einem Ansatz zurückkehren, der bereits ältere Call of Duty-Titel ausgezeichnet hat.

Spieler sollen weiterhin präzise geplante Einsätze mit kleinen Teams erleben. Gleichzeitig sollen groß angelegte Schlachten wieder ein stärkeres Gefühl dafür vermitteln, dass die Handlung Teil eines internationalen Konflikts ist.

DMZ wird zum „Spiel im Spiel“

Neben der Kampagne bringt Infinity Ward auch DMZ zurück. Der Extraction-Modus wurde erstmals während der Ära von Modern Warfare 2 als Bestandteil von Warzone veröffentlicht. Die damalige Version betrachtete das Studio rückblickend offenbar vor allem als Testlauf für das Konzept.

In Modern Warfare 4 soll DMZ dagegen vollständig in das Hauptspiel integriert werden. Der Modus fungiert gleichzeitig als eine Art Fortsetzung der Kampagne. Spieler können Orte erneut besuchen und sehen, welche Folgen die Ereignisse der Einzelspielerhandlung hinterlassen haben.

Geplant sind eine frei erkundbare Spielwelt, dynamische Operationen, Story-Missionen und Bosskämpfe. Die einzelnen Einsätze sollen sich regelmäßig verändern, sodass Spieler ihre Vorgehensweise an neue Bedingungen anpassen müssen.

Grigsby bezeichnet DMZ deshalb als eigenständiges Spiel innerhalb von Modern Warfare 4. Der Modus soll nicht lediglich eine zusätzliche Mehrspieleroption darstellen, sondern eine eigene Geschichte und langfristige Entwicklung bieten.

Hajin verbindet Korea und Russland

Die neue DMZ-Karte trägt den Namen Hajin. Sie erstreckt sich über Gebiete in Nordkorea, Südkorea und Russland. Zum Start werden allerdings noch nicht alle Regionen verfügbar sein. Der russische Teil der Karte soll erst in einer späteren Saison ergänzt werden.

Eine wichtige Rolle spielt das dynamische Wettersystem. Auf Hajin kann sich das Wetter während einer Partie verändern. Sonne, Regen, Schnee und Nebel beeinflussen dabei nicht nur die Optik, sondern auch das Spielgeschehen.

Regen kann beispielsweise hinterlassene Fußspuren beseitigen. Nebel reduziert die Sichtweite und erschwert es, Gegner frühzeitig zu erkennen. Schnee und andere Wetterbedingungen könnten ebenfalls Auswirkungen auf Bewegung, Geräusche oder Orientierung haben.

Damit möchte Infinity Ward dafür sorgen, dass sich Einsätze auf derselben Karte unterschiedlich entwickeln. Teams müssen nicht nur gegnerische Spieler und computergesteuerte Einheiten berücksichtigen, sondern auch auf Veränderungen der Umgebung reagieren.

Infinity Ward kombiniert alte Stärken mit neuen Ideen

Modern Warfare 4 verbindet mehrere Ansätze, die unterschiedliche Teile der Community ansprechen sollen. Die Kampagne setzt weiterhin auf Captain Price und die Task Force 141, vergrößert den Maßstab der Handlung aber deutlich. Gleichzeitig soll DMZ langfristig ausgebaut und enger mit der Geschichte des Spiels verbunden werden.

Besonders die geplante Mischung aus großen Kriegsschauplätzen und taktischen Spezialeinsätzen dürfte für Abwechslung sorgen. Infinity Ward entfernt sich damit nicht vollständig vom Stil der jüngsten Teile, erweitert ihn jedoch um jene groß angelegten Schlachten, die viele Spieler mit den früheren Jahren von Call of Duty verbinden.

Ob die drei Handlungsstränge, die offene Korea-Mission und der neue DMZ-Modus zu einem stimmigen Gesamtpaket werden, muss sich noch zeigen. Die bisherigen Angaben machen jedoch deutlich, dass Modern Warfare 4 mehr sein soll als eine direkte Fortsetzung des Vorgängers.

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